Russischer Zupfkuchen, ziemlich gerupft

Nach dem ausführlichen Lesen über den perfekten Käsekuchen kribbelte es mir irgendwie in den Fingern, selbst noch einen Versuch zu starten. Eine glückliche Fügung wollte es, dass wir am Feiertag alles dafür vorrätig hatten. Ich beschloss, die mit dem Schokokäsekuchen gestartete Exotenreihe mit einem Russischen Zupfkuchen fortzusetzen. Denn am Ende ist das ja nichts anderes als ein Käsekuchen mit Kakao im Teig und Streuseln drauf.

Geschmacksbenchmark für Russischen Zupfkuchen ist bei mir – leider – die Fertigbackmischung von Dr. Oetker. Ja, ich weiß…sonst wettere ich gegen Aromen und so…aber bislang ist noch kein selbstgemachter Kuchen da ran gekommen. Ich bin vermutlich selbst für immer verdorben durch meine jahrelange Vanillinüberdosierung. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich davor zurückschrecke, 250g geschmolzene Butter in den Quark zu geben. So sehen es nämlich an die Backmischung angelehnte Rezepte vor. Bei aller Backliebe, denke ich mir jedes Mal, ist das wirklich nötig?

Das ist es wohl. Meine Variante vom letzten Wochenende mit 100g Butter im Quark war zwar gaaaanz nah dran am perfekten Geschmack, aber eben nicht hundert Prozent. Dafür war der Knetteig super saftig. Sonst ist er mir manchmal etwas trocken geworden. Auch hier, vermute ich, hatte die Butter ihren (hohen…) Anteil am Erfolg.

Was das Aussehen angeht…verlieren wir nicht viele Worte. Nur soviel: Da waren weder Mäuse noch der Kuchentester oder gar meine gierigen Finger dran, bevor das Foto entstand. Die Form war zu klein, die Backzeit recht lang, der Kuchen ging erst viel zu sehr auf, dann fiel er in sich zusammen und beim Schneiden total auseinander. Keine guten Voraussetzungen für ein schickes Shooting. Aber ich möchte darauf hinweisen, dass das mein erster Käsekuchen ist, der keine Trockenheitsluftblasen am Rand hat. Irgendwas habe ich also richtig gemacht (vermutlich Temperatur und Backzeit). Die Quarkfüllung war richtig toll saftig und leicht sahnig.

Das Rezept stammt aus einem Landfrauenbackbuch in Miniauflage aus der Heimat, dem Gettenbacher Backbuch (danke liebe Sigrid!). Ich habe weniger Butter und Sahne genommen als vorgesehen.

Russischer Zupfkuchen

Teig: 240g Mehl, 2 TL Backpulver, 5 EL Kakao, 150g Zucker, 1 gute Prise Salz, 150g Butter, 1 Ei

Füllung: 100g Butter (geschmolzen), 250g Zucker, 2 Pk. Vanillezucker, 500g Magerquark, 250g Quark 20%, 150ml Sahne, 1 Pk Vanillepuddingpulver, 3 Eier

180 Grad ca. 1 Stunde. Ich habe eine kleine Form verwendet, empfehlen würde ich eine 24er oder 26er Springform (dann evt. noch 250g Quark und 1 Ei sowie 50-100ml Sahne mehr nehmen).

*edit 17.7.: Feedback von Tilabit (siehe Kommentar): 26er Springform passt wunderbar für die oben angegebene Menge Teig/Füllung.

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Sommersalat auf dem Balkon

Mein Mittagessen am Samstag, bevor es tatsächlich noch Käsekuchen gab: Ein Salat aus Tomaten, Gurken, Paprika, Feta und Sonnenblumenkernen, garniert mit Hüttenkäse und Basilikum und einem Dressing aus Olivenöl, Weißweinessig und Honig.

Inspiriert zum Salat hatte mich eine unentschlossene knappe Stunde vor den Aufstellern mit Samentütchen im Baumarkt. Auf denen gabs nämlich neben Bildern von bunten Blumenvariationen auch knackiges Gemüse zu bewundern. Am Ende siegte aber die Vernunft und ich habe nur ein paar Kletterpflanzen- statt Zucchinisamen eingepackt. Wer von euch schon mal Zucchinipflanzen im Garten hatte, weiß, warum ich vor denen einen riesen Respekt habe…

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Lesefutter

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Erster Nachmittag auf dem Balkon mit einer Reportage, die ich selbst gern geschrieben hätte. Lieber Matthias Stolz vom ZEIT Magazin, ich fühle mich dir tief verbunden. Auch ich befinde mich ja noch immer auf der Suche nach dem perfekten Käsekuchen und musste feststellen, dass der in immer weniger Bäckereien ernst genommen wird.

*Update: Für eine eindrucksvolle Sammlung an Rezepten für perfekte Käsekuchen – anscheinend sind nicht nur Matthias Stolz und ich davon besessen –  schaut mal bei Alice vorbei, die im Mai 2012 eine Blogaktion dazu gestartet hatte.

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Kuchen für unterwegs

Hätte ich ein ipad, es würde in dieser Tasche wohnen. Gesehen im DaWanda Shop von bykati (Foto auch von da)…

…mein neues Smartphone wird auf jeden Fall in einer Hülle von Comodita zuhause sein. Ich weiß gar nicht, ob ich mich mehr aufs mobile Internet oder auf die süße Verpackung freue.

Sie hat übrigens auch sehr schöne saisonale Produkte.

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Weltbester Geburtstagskuchen (Zitrone)

Manchmal muss man sich selbst einen Geburtstagskuchen backen.

Selbst wenn man (noch) gar nicht Geburtstag hat. (Aber ganz bald! Juhu!)

Denn wenn gar nichts mehr geht an grauen, kalten Tagen wie diesem, dann helfen nur noch bunte Liebesperlen.

Viele davon.

Aber nur die auf dem Kuchenboden.

Nicht unbedingt die auf dem Küchenboden.

Warum muss dieser Zuckerguss denn auch so furchtbar schnell fest werden?!

Das hier ist für mich der konkurrenzlos weltbeste Geburtstags- (oder auch nicht – aber Liebesperlen sind Pflicht!) Kuchen. Das Rezept stammt ursprünglich aus der Brigitte YoungMiss (erinnert sich wer?). Ich trage es schon mehr als mein halbes Leben in meinem Rezeptnotizbuch mit mir rum. Vermutlich war das einer der ersten ‚richtigen‘, also nicht aus einem Karton stammende, Kuchen, den ich gebacken habe. Ich sehe noch liebevoll dekorierte Kuchen samt Kerzen und glänzende Freundinnenaugen vor mir aus der Zeit, in der ich ihn zu jedem (!) Geburtstag im Freundeskreis backen musste durfte.

Das Geheimnis ist die Crème Fraiche im Teig, die den Kuchen super saftig macht.

Zitronenkuchen

250g Margarine

200g Zucker

6 mittlere Eier (oder 4 große)

6-8 unbehandelte Zitronen (in Teig: Schale v. 4 Zitronen; Saft v. 2 Zitrone; plus Saft für Beträufeln des Kuchens und den Guss)

6 EL Crème Fraiche

400g Mehl

4 TL Backpulver

für den Guss: 300g Puderzucker, 6EL Zitronensaft

Viele Liebesperlen

Rührteig herstellen. Bei 180/160 Grad 30-45 Minuten backen (Stäbchenprobe). Noch warm mit Zitronensaft beträufeln, dann glasieren. Neben Liebesperlen lege ich als essbare Deko auch oft noch Zitronenscheiben (aus den geschälten Zitronen) drauf.

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Vanille oder Schokolade, das ist hier die Frage…

Na, sitzt ihr auch vor dem Computer fest, könnt aber den Blick nicht vom blauen Himmel abwenden und die Nase nicht voll genug bekommen von der frischen Frühlingsluft?

So gehts mir jedenfalls.

Die ersten wirklich warmen Sonnenstrahlen lassen die Lebensgeister erwachen und machen Lust auf neue Abenteuer. Sicheres Zeichen dafür, dass der Frühling da ist: Mein Heuschnupfen ist es auch. Und die Eisdielen sind wieder offen.

Die Lust auf neue Abenteuer lässt auch Erinnerungen an alte aufleben. Heute ist es die an einen langen Sommertag in Greenwich und an das beste Softeis meines Lebens. Ja, ich habe ein Foto davon gemacht, wie ihr seht…SO gut war es.

Die Rosen im Park rund um den berühmten Nullmeridian (das Eintrittsgeld habe ich allerdings gespart und lieber in ein zweites Eis investiert) waren schon fast verblüht. Viel faszinierender fand ich ohnehin die unzähligen reich verzierten schmiedeeisernen Tore und Zäune.

Selbst die Straßenlaternen tragen kleine goldene Krönchen. Wie süß ist das denn bitte?

Also, auf zu neuen Abenteuern! Vielleicht bin ich sogar so mutig, in der Eisdiele das nächste Mal Schokolade statt Vanille zu nehmen. Ich lebe wild und gefährlich, ich weiß.

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Sonntagssüßes Frühstück: Buttrige Zimtschnecken

Ein Beitrag zur Initiative Sonntagssüß

Ich habe den Weg zurück in die Küche gefunden. Ach, wie haben mir meine Rührschüsseln, Kochlöffel und Messbecher gefehlt!

Was mir nicht gefehlt hat: geschmolzene Schokolade im Haar und Mehlstaub in der Ritze zwischen Herd und Arbeitsplatte. Beides macht mich jedesmal fast wahnsinnig, wenn ich nach dem Backen versuche, den Normalzustand von mir und Küche wieder herzustellen.

Schon seit Anfang Januar bin ich wieder fleissig am Rühren und Backen. Leider habe ich es versäumt, Käsekuchen, Brownies, Scones und fudgies für den Blog zu dokumentieren. Denn meistens war es spät und dunkel, und ich konnte gerade noch die Schüssel auslecken, bevor ich ins Bett gefallen bin. Na gut, manchmal habe ich es auch noch geschafft, mir die Zähne zu putzen.

Nachdem ich letztes Wochenende Scones gemacht hatte, habe ich das Rezept heute zu Zimtschnecken abgewandelt. Basis war dieses Rezept. Ich habe die Butter im Teig etwas reduziert, statt sour cream Joghurt verwendet und in die Hälfte der Schnecken Rosinen gegeben. Das Ergebnis war mehr als dekadent…ich dachte erst, die Schnecken seien nicht ganz durchgebacken, weil sie so feucht waren, aber das lag wohl an der Butter aus der Füllung, die der Teig beim Backen aufgesogen hat.

Fazit: Sehr süße, buttrige, saftige amerikanische Zimtschnecken, von denen man die Finger nicht lassen kann, sobald sie aus dem Ofen kommen. Das nächste Mal würde ich allerdings Butter und Zucker in der Füllung um etwa die Hälfte reduzieren. Da der Teig selbst Butter und Zucker enthält und nicht so stark aufgeht wie Hefeteig, wäre das Verhältnis Teig zu Füllung dann trotzdem noch stimmig und die Schnecken immer noch saftig. Trotz Dekadenz der ’nackten‘ Schnecken habe ich das Frosting vermisst. Ja, ich sehe hier den Widerspruch zu meinen vorgeschlagenen Butter-und-Zucker-Einsparungen. Aber was wir im Teig sparen, könnten wir doch als Frosting wieder oben drauf geben…

Sonntagssüß (hat mir ebenfalls gefehlt!) heute bei Katrin.

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