Am Herd

Hallo, ich bin Anna.

Ich backe, koche und schreibe gern. Teigrühren und Gemüse schnippeln sind mein sinnlicher und praktischer Ausgleich zur Alltagsarbeit am Schreibtisch. Da versuche ich, dieses Jahr noch meine Dissertation über Londonliteratur fertig zu schreiben. In diesem Blog schreibe ich dagegen ganz unwissenschaftlich über meine Erfolgserlebnisse und Küchenkatastrophen.

Das Blog ist mehr Versuchsküche  als perfekter Foodblog. So verlockend es ist, hier nur die gelungenen Rezepte und schönsten Fotos zu veröffentlichen, ist es doch manchmal viel spannender, auch zu zeigen, was nicht geklappt hat – und danach zu fragen, warum. Learning by doing, und so…so lange es das Haushaltsbudget mitmacht. Das ist nämlich noch begrenzt, ebenso wie die Ausstattung der Küche.

Kochen und Essen war in meiner Familie schon immer wichtig. Kein Wochenende, dem nicht die Frage vorausging: ‚Was kochen wir denn?‘ und vor dem nicht eines unserer unzähligen Kochbücher gewälzt wurde. Essen bedeutet bei uns Liebe, Familie, schöne Erinnerungen, sich Zeit nehmen und gut-zu-sich-selbst-und-anderen-sein.

Meine Oma war resolute Küchenchefin (in einer Krankenhausküche, möchte ich der Vollständigkeit halber hinzufügen) und weltbeste Hefeschneckenbäckerin, mein Opa begnadeter Hausmann und Grießbreikocher.

Mein Vater holt in seiner Freizeit gern Frankreich in Le Creuset und Pfanne und droht mir seit Jahren an, mir endlich mal beizubringen, wie ich einen ordentlichen Braten auf den Tisch bringe. Wie das mit dem Steak geht, weiß ich dank ihm immerhin schon mal. Als ich klein war, war es nicht ungewöhnlich, dass mir beim Öffnen der Tiefkühltruhe ein halbes Rind oder Schwein entgegenblickte. Auf dem Dorf kam das Fleisch oft von glücklichen Tieren, die man am Tag vorher noch auf der Wiese neben dem Haus gestreichelt hatte.

Meine Mutter ist für Süßes und Gemüse zuständig, von ihr habe ich nicht nur meine Liebe zu Brotauflauf und Brokkoli, sondern auch gelernt, wie ich sowas selbst koche. Fast alle Kindheitserinnerungsessen sind Mama-und-Kind-Essen, deren Rezepte ich dann später akribisch in mein privates kleines Kochbuch eingetragen habe. Da finden sich am Anfang Einträge wie ‚Gemüse kochen‘. Zum Glück muss ich das heute nicht mehr nachschlagen. Aber Familienklassiker wie Mamas Gulasch oder Quark-Streusel-Kuchen festgehalten mache ich immer noch nach den Rezepten aus meinem Buch.

Weitere Einflüsse umfassen: Schnecken im Elsaß (mit fünf!). Kaiserschmarrn und Käsespätzle im Skiurlaub in Österreich. Austern in der Bretagne. Mozartkugeln in Salzburg. Massaman-Curry und Eierlikörkuchen in der WG. Rachel Allens Bananenbrot in England. Thai-Curry und Padthai in Bangkog. Cornish Pasties in Sheffield. Crumpets in London. Spaghetti Carbonara in einer Kellerkneipe in Italien…

Ich habe (noch) keine Küchenphilosophie. Aber die meisten Zutaten bei mir ’sind bio‘ –  Milchprodukte und Eier immer; Obst und Gemüse kommen häufig vom Wochenmarkt; und auf Aromen und Süßstoffe verzichte ich ganz. Aber ich sehe das Ganze ziemlich pragmatisch, mit Dogmen, Regeln und Kategorien für Küche und Ernährung kann ich nicht viel anfangen.

Ich nehme mir gern Zeit fürs Kochen und Backen am Wochenende, ansonsten mag gerne die einfachen Sachen, die man auch im Alltag gut, schnell & gesund machen kann. Fleisch gibt es aus verschiedenen Gründen selten, Gemüse dafür umso öfter. Mein momentanes all-time-Lieblingsessen: Kürbis (-suppe; -risotto; -gebacken….).

Ich freue mich über Kommentare. Denn: je größer die Runde am Küchentisch, desto schöner.