Donauwelle: nicht einfach nur Rührteig

Ein Beitrag zur Initiative Sonntagssüß

Ich glaube, so fing das Ganze mit den Foodblogs an. Jemand hatte ein Regal voller Kochbücher zuhause, nahm sich eines Tages vor, die endlich auch mal zu benutzen, und begann, über seine Erfahrungen mit den Rezepten zu schreiben. Ein alter Hut also. Ich kann mir nicht helfen, manchmal fühle ich mich wie eine ganz furchtbar amateurhafte Trittbrettfahrerin.

Aber auch dagegen hilft nichts: Kaum habe ich die Arbeitswoche hinter mir gelassen, kann ich es kaum erwarten, die Küchentür hinter mir zu schließen. Was in den letzten Monaten hier im Blog immer wieder angeklungen ist, ist jetzt eine Gewissheit. Ich will richtig Backen lernen. Das heißt für mich, nicht nur die verschiedenen Teigarten und Techniken zu beherrschen. Ich möchte auch ein großes Repertoir an Kuchen aufbauen, die ich mehr oder weniger aus dem Handgelenk backen kann. Warum? Gute Frage. Laut darüber nachgedacht habe ich hier.

Weil ich zur Verwirklichung dieses Plans ja irgendwo anfangen muss, dachte ich mir, ich kann genau so gut einfach eines meiner Backbücher aus dem Regal ziehen und los legen. Mit irgendwas. Hauptsache, etwas außerhalb meiner Komfortzone. Also befragte ich gestern schon wieder Dr. Oetker (und betreibe hier nicht etwa Schleichwerbung). Donauwelle schien mir schwierig genug (Buttercreme! Mehrere Schritte!). Und ich kann euch sagen, damit lag ich mehr als richtig.

Donauwelle ist einer meiner Lieblingskuchen von früher. Hm, ich gebe zu, fast jeder Kuchen war mein Lieblingskuchen. Aber Donauwelle hat auf keinem Geburtstag gefehlt. Außer auf meinem eigenen. Denn ich glaube, sie waren etwas außerhalb der Komfortzone meiner Mutter. Warum Donauwelle machen, wenn das Kind auch mit Rotweinkuchen glücklich ist? Recht hatte sie. Außerdem gab und gibt es eine gute Kuchenaufgabenteilung zwischen meiner Mutter und meiner Tagesmutter: bei meiner Tagesmutter lernte ich Donauwelle kennen und lieben (und Schokosahnetorte, aber das ist eine andere Geschichte), dafür liefert meine Mutter bis heute regelmäßig Rotweinkuchen an meine ‚Tagesschwester‘, wenn sie Geburtstag hat. Aber so kam es vermutlich, dass ich bis gestern selbst nie auf die Idee kam, Donauwelle selbst zu machen.

Auf den ersten Blick schien mir das Rezept machbar: Rührteig; Buttercreme, Schokoglasur. Die größte Herausforderung lag allerdings da, wo ich sie nicht vermutete. Beim Rührteig. Erstens hat das Rühren, Teig trennen, Form vorbereiten und Teig Schichten viel länger gedauert als gedacht. Zweitens wurde der Kuchenboden viel trockner, als gut ist. Nur, weil ich ihn fünf Minuten zu lange im Ofen gelassen habe. Über mein Unvermögen, mehrere Sachen auf einmal zu machen, berichtete ich schon hier.  Ich finde, mit Rührteig ist das so eine Sache: er tut unschuldig leicht – ’nur alles verrühren‘ -, aber ein paar Minuten nicht aufgepasst, und er wird staubtrocken.

Bei Donauwelle ist ein trockner Boden zum Glück keine Katastrophe. Kirschen und Buttercreme gleichen das wieder aus. Beim Zubereiten der Buttercreme gab es keine Probleme, ich habe den Pudding komplett auskühlen lassen und die Creme schmeckt genau so, wie ich sie von früher in Erinnerung habe. Nur hätte ich mir da nicht träumen lassen, dass die leckere Vanillecreme eigentlich einfach nur eine dicke Schicht Butter ist.

Bei der Glasur hat dann irgendwas nicht so funktioniert, wie es sollte. Ich weiß nicht, was. Ich habe mich genau an die Anweisungen gehalten, aber die Glasur war so flüssig, dass das typische Wellenmuster gleich wieder verlief. Später, als sie fester war, wurde aus den Wellenversuchen nur undefinierbare Schmiererei. Das sieht man auf den Fotos.

Ihr seht also, ein Kuchen mit Hindernissen. Der mich mehr als drei Stunden gekostet hat. Trotzdem bin ich mit dem Ergebnis sehr glücklich. Fürs erste Mal jedenfalls sieht er gut aus, und schmeckt auch lecker.

Beim nächsten Mal würde ich…

  • …die Garzeit reduzieren auf 25 Minuten für das halbe Rezept
  • …etwas Joghurt oder Creme Fraiche in den Teig geben, damit er saftiger ist
  • …mehr Kirschen nehmen (für das halbe Rezept habe ich nur 3/4 Glas verwendet)
  • …weniger Buttercreme anrühren oder ein Rezept für eine weniger gehaltvolle Puddingcreme suchen

Habt ihr Tipps oder gute Donauwelle-Rezepte für mich?

Ihr Süßen, heute treffen wir uns bei Katrin von Lingonsmak und später klönen wir hier.

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11 Antworten zu Donauwelle: nicht einfach nur Rührteig

  1. Muriel schreibt:

    Hm… Ich hatte mit Rührteig nie Probleme. Das ist vielleicht sogar mein Lieblingsteig, zum Essen wie zum Backen.
    Aber „zu trocken“ war für mich sowieso nie ein Argument, das mag also einfach an meiner eigenen Banausenhaftigkeit liegen.

  2. Rosarood schreibt:

    Hach, herrlich zu lesen…ich bin begeistert ;o)…enne…Donauwelle ist wirklich ein einziges großes Stück Hüftgold, aber unglaublich lekker ;O)….vielleicht sollte ich die Dutchables da auch mal ranführen *lach*…
    Weitere freudige Backexperimente wünsch ich dir!
    Groetjes,
    Maren

  3. ka schreibt:

    Von deiner Welle würde ich mich auch gerne überrollen lassen!

  4. Ann schreibt:

    Jetzt weiß ich endlich, was an dem Kuchen „wellig“ sein soll. Mama lässt den Guß nämlich einfach immer nur verlaufen, ohne noch extra Wellen zu formen.

  5. Leider bin ich nicht meine Frau.
    Die hat in ihrem Leben schon geschätzte 1.600 Kuchen gebacken.
    Darunter unzählige Donauwellen die alle überaus lecker waren.
    Und sie könnte Dir an dieser Stelle vielleicht ihre Geheimnisse verraten.
    Rein optisch liegst Du mit Deinem Modell auf jeden Fall top im Rennen.

    • Anna schreibt:

      1.600 Kuchen hat sie gebacken? Wow. Du Glücklicher. Na wenn dein Kuchenkenner-Lob kein Kompliment an meine ersten Donauwellen ist, weiß ich auch nicht 🙂 Danke!

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