Wenns schnell gehen muss: Köstlicher Nusszopf ohne Hefe

Ein Beitrag zur Initiative Sonntagssüß

Freitagabend in der Küche. Wie hatte ich mich auf diesen Moment gefreut. Ich war zwar auf keine Party eingeladen und Kino erst für Sonntagabend geplant. Aber meine Eltern hatten sich für Samstag angekündigt. Für mich hieß das, endlich mal wieder einen Kuchen für mehr als zwei Leute backen zu können. Das Angebot meiner Mutter, etwas zum Kaffee mitzubringen, hatte ich daher nur zu gerne ausgeschlagen. Schon lange wollte ich mich daran versuchen, die legendären Hefeschnecken meiner Oma nachzubacken. Das war die Gelegenheit. Zumindest kam mir das so vor, bis mein Zeitfenster fürs Backen am Freitagabend nahte. Ich stellte fest: Arbeiten, mit Freundinnen telefonieren, Singen, Yoga und Hefekuchen backen lassen sich nur schwer miteinander vereinbaren. Zumindest, wenn man all das in drei Stunden unterbringen will und wie ich nicht besonders multitaskingfähig ist.

Das Backen drohte in Stress auszuarten.

Genervt verdrehte ich meine Augen gen Küchendecke. Aber nur fast, denn auf dem Weg dahin blieb mein Blick an unserem Backbuchregal hängen. „Backen macht Freude“, erinnerte mich da auf einem Buchrücken Dr. Oetker. Ich atmete tief durch und zog das Buch heraus. Der gute Doktor hatte immerhin schon früh die Nöte vielbeschäftigter Menschen erkannt und die Backmischung erfunden. Vielleicht waren seine Rezepte ja ähnlich zeitsparend? Und tatsächlich. Auf Seite 98 wurde mir ein ofenfertiger Nusszopf in nur 35 Minuten versprochen. Das Rezept musste jemand nur für mich erfunden haben.

Am Samstagvormittag konnte ich dann wieder ganz entspannt meine Eltern empfangen. Nach einem kleinen Mittagessen in meinem Lieblingscafé machten wir einen langen Spaziergang durch den riesigen Park vor unserer Tür. Die Blätter leuchteten in der Sonne. Ich kann momentan gar nicht genug bekommen von diesen Farben und nutze jede Gelegenheit, rauszugehen, durchs Laub zu stapfen und Fotos zu machen. Denn auch wenn sich der Winter dieses Jahr verspätet: Die Flucht der Zugvögel zeigt, dass es bald soweit sein wird.

Und der Kuchen, fragt ihr euch? Ich muss sagen – ich weiß nicht, ob ich Nusszopf jemals noch anders mache. Er hat toll geschmeckt. Vor allem die Füllung war einfach perfekt (ich habe noch zusätzlich Zimt dazu gegeben. Kreativ, was?!). Beim Teig denke ich im Nachhinein, Dr. Oetker hat ein wenig geschummelt. Im Rezept steht nämlich nichts von kalt stellen. Deswegen auch nur „35 Minuten Zubereitungszeit“. Ich habe mich genau an die Anweisungen gehalten und mein Kuchen ist total auseinandergelaufen. Vom schönen Zopf war kaum noch was zu sehen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ein Kühlen des Teigs zwischendurch geholfen hätte, den Kuchen etwas ansehnlicher zu machen. Aber Zeit dafür hätte ich am Freitag ohnehin nicht gehabt.

Viele, hoffentlich weniger gestresste, Bäckerinnen sind auch heute wieder Fräulein Texts Aufforderung gefolgt und tummeln sich hier.

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2 Antworten zu Wenns schnell gehen muss: Köstlicher Nusszopf ohne Hefe

  1. Pingback: Donauwelle: nicht einfach nur Rührteig | küchenzeilen

  2. Casserole schreibt:

    Der Nusszopf schaut aber gut aus, Hauptsache, er hat geschmeckt. Sehr schön geschriebener Beitrag und vor allem tolle Bilder! Den einen oder anderen Kochtipp auf deinem Blog werde ich mal zu Hause selber ausprobieren.

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