Kale Chips – Grünkohl, aber lecker

Dieser Post liegt schon eine ganze Weile bei mir als Entwurf bereit. Seit Juli, um genau zu sein. Wie ihr spätestens seit letzter Woche wisst, war ich da in London. Einer der denkwürdigsten Momente dieser Reise war meine erste Begegnung mit frischem Grünkohl.

Bis dahin hatte ich immer die Nase gerümpft, wenn ich irgendwo Grünkohl auf der Speisekarte sah. Denn der einzige Versuch meiner Mutter, Grünkohl (tiefgefroren und gehackt, wohlgemerkt) zu kochen, endete mit dem braunen Brei im Müll und uns in der Dorfpizzeria. Wie jemand jemals auf die Idee kommen konnte, dieses Unkraut zu essen, war mir schleierhaft.

Mein Einstellung begann sich zaghaft zu ändern, als ich letztes Jahr in den USA das erste Mal kale chips aß. Und dann erfuhr, dass das nichts anderes ist als Grünkohl, wahlweise bestrichen mit einer Mischung aus Cashews und Hefeflocken, im Ofen getrocknet. In amerikanischen Foodblogs sind sie überall. Als ich sie zuhause nachbacken wollte, musste ich allerdings feststellen, dass es in meiner Region keinen frischen Grünkohl zu kaufen gibt. Enttäuscht vertrieb ich mir die Zeit mit anderen Kohlsorten. Aber die kale chips gingen mir nicht mehr aus dem Kopf.

Und dann kam der Juli in London.

Letzte Woche habe ich ja noch über das englische Essen gelästert. Heute ergänze ich: Auch wenn ich Erbsenbrei und Fish&Chips nichts abgewinnen kann, ich LIEBE die Obst- und Gemüseabteilung in den großen Supermärkten in England. Die Auswahl ist riesig, vieles gibt es auch bio, mit den 2 für 1 Angeboten kann man tolle Schnäppchen machen. Und es gibt frischen Grünkohl.

Für meine ersten Kale Chips habe ich mich an diesem Rezept von Smitten Kitchen und diesem von Sue orientiert. Grünkohl, Cashews, Hefeflocken – nicht die Nase kräuseln, das schmeckt wirklich! Fantastisch sogar. Ich habe fast die ganze Portion in einem Hops gegessen.

Tipps:

  • Bei mir sind die Chips nicht ganz trocken geworden. Ich weiß nicht, ob es daran lag, dass die Temperatur zu niedrig war oder ich zu ungeduldig (ich wollte auch nicht, dass sie verbrennen). Vielleicht hatte ich auch zuviel Soße dran. Aufheben konnte ich die paar, die übrig waren, also nicht gut. Sie sind matschig geworden. Ich beneide die von euch, die ein Dörrgerät haben – damit klappt es wohl richtig gut.
  • Die Soße schmeckt auch roh total lecker. Cashews und Hefeflocken werden in veganen Rezepten oft als ‚Käseersatz‘ verwendet. Ich finde: das ist viel mehr als Ersatz. Das ist eine Kombination, die süchtig macht. Zum Beispiel in Form von Mama Pea’s Mmmm-Soße.
  • Hefeflocken gibts im Reformhaus oder Bioladen.
  • Auf der Seite Discover Kale versuchen die britischen Bauern, uns das Gemüse schmackhaft zu machen. Ja, man kann tatsächlich eine ganze Website nur mit dem Thema Grünkohl bestreiten. Sehr süß und lehrreich.
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8 Antworten zu Kale Chips – Grünkohl, aber lecker

  1. Muriel schreibt:

    Nicht, dass ich stolz drauf wäre, aber ich mag Grünkohl auch so. Trotzdem spannende Idee.

  2. Anna schreibt:

    Seit ich frischen Grünkohl kenne, mag ich ihn immerhin auch noch als Salat – gern mit einmassierter Cashewsoße. Ich hoffe, ich bekomme heute auf dem Markt hier welchen; immerhin fängt die Saison jetzt an.

  3. Pingback: Lila Monster: Smoothie mit Spinat | küchenzeilen

  4. windimhaar schreibt:

    Ich hab sie mir vor ein paar Tagen/Wochen aus Amerika schicken lassen. Ja, sie sind wirklich der Hammer! Problem ist nur, dass ich auch nur einen Backofen habe. Die meisten, die es darin machen, lassen es ja dörren, also über mehrere Stunden und mit Holzlöffen dazwischen, damit die Tür ein Spalt offen bleibt. Aber irgendwie ist mir das nix.
    Mal sehen, vielleicht versuche ich es erst mal nur mit ein paar Blättchen und ohne die Cashew-Soße, um den Dreh rauszukriegen.

    • Anna schreibt:

      Kurzes Update dazu: Nachdem ich vor 2 Wochen auf dem Flohmarkt (!) Grünkohl gefunden hatte, habe ich nochmal Cashew-Kale-Chips gemacht. Und zwar mit Kochlöffel in der Backofentür. Das hat super geklappt, und gar nicht so lange gedauert. Vielleicht so 25 Minuten pro Blech bei 150 Grad etwa? Ich habe etwas herumexperimentiert mit der Temperatur. Die Chips sind so trocken geworden, dass ich sie sogar eintuppern konnte und sie knusprig blieben.

      Also kein Grund, auf die köstliche Cashewsoße zu verzichten🙂

  5. Pingback: Dein Freund – Blog » Mein USA Tagebuch // Tag 1

  6. bentotante schreibt:

    Versuchs mal in der Microwelle, es gibt sogar Extra Microwellen Bleche um CHips zu machen. Da eh keine VItamine mehr im Grünkohl sind nach dem Verbacken ist es ja recht egal ob nun Microwelle oder Backofen.

  7. Monja schreibt:

    Hallo =) könnte mir jemand das Rezept für die cashew Soße sagen? Wäre super lieb!

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