Experiment mit Kichererbsen. Kekse!

Ein Beitrag zur Initiative Sonntagssüß

Gehört ihr auch zu denen, die es nicht lassen können, zwischendurch in den Backofen zu linsen? Ich oute mich hiermit. Auch wenn ich weiß, dass das Aufklappen der Tür nicht gerade förderlich ist für den Backprozess, muss ich zwischendurch immer mal wieder gucken, riechen und tasten, was mein Teig so macht.

Vor allem, wenn ich am Experimentieren bin.

Mit Kichererbsenkeksen zum Beispiel.

Passt nicht zusammen?! Erstaunlicherweise doch. Heißt: Man schmeckt die Kichererbsen nicht raus, hat aber alles Gute aus der Kichererbse im Keks: vor allem Protein und Ballaststoffe.

Auch wenn ich immer noch auf der Suche nach dem perfekten Brownie– und Käsekuchenrezept bin (und weiß, dass diese Kuchen ganz sicher nicht besser werden, wenn man Fett oder Zucker reduziert), gilt meine heimliche Leidenschaft dem Experimentieren mit gesundem Gebäck. Das habt ihr euch vielleicht schon beim Anblick meines Frühstückskuchens oder der Brombeer-Oatsquares gedacht. Nicht umsonst gehört der Großteil der Blogs, die ich täglich regelmäßig lese, eher in die Kategorie ‚healthy living‘ als klassisch ‚food‘. Ich nehme an, das ist die frühkindliche Prägung durch (leckere!) zähe Vollkorn-Rosinenbrötchen vom Bioladen.

Fett, das habe ich gelernt, kann man beispielsweise in vielen Rezepten (vor allem Muffins und Kuchen, teilweise auch bei Keksen) ganz oder teilweise durch Apfelmark oder zerdrückte Banane ersetzen.

Es ist natürlich nichts gegen einen ordentlichen Choc-Chip-Cookie mit einem Berg braunem Zucker und einem See goldener Butter zu sagen. Überhaupt gar nichts, im Gegenteil. Die Existenz solcher Kekse ist manchmal der einzige Grund, warum ich morgens aufstehe. Aber manchmal mag ich einfach gern was naschen, ohne ins Zuckerkoma zu fallen. Oder auch mal zwei Kekse essen. Oder drei. Ohne dass ich am nächsten Tag gleich den Knopf an meiner Hose auflassen muss.

Für das heutige Backexperiment habe ich mich bei Katie und Emily inspirieren lassen, zwei sehr erfahrenen und vertrauenswürdigen Blogerinnen mit gesundheitsbewusstem süßem Zahn.

Katie war die erste, bei der ich über die Verwendung von Kichererbsen in süßen Speisen gelesen hatte. Und auch wenn mir das erst komisch vorkam – ich bin immer dafür zu haben, was Gesundes (Karotten! Zucchini!) in meine Kuchen und Kekse zu schmuggeln. Mein Test für gesundes Gebäck: würde ich es zum Frühstück essen? Und das stellt natürlich einige Ansprüche an Zucker- und Fettgehalt und an das Sattmachpotenzial.

Emily, eine meiner Lieblingsbloggerinnen, hatte sich vor Kurzem damit gerühmt, ein Rezept für perfekte vegane Cookies gefunden zu haben. Das klang verlockend. Auch wenn ich nicht vegan lebe, gucke ich mir immer wieder gerne vegane Rezepte an, weil ich es generell sinnvoll finde, mehr Pflanzen- als Tierprodukte zu essen.

(frischer Apfelsaft vom Markt heute)

Als ich schon Vollkornmehl und Haferflocken in der Schüssel gemischt hatte, beschloss ich, ein doppeltes Experiment zu machen.

Experiment Nr. 1: pürierte Kichererbsen in den Teig.

Experiment Nr. 2: Die Hälfte des Teigs mit zerdrückten Bananen, die andere Hälfte mit Apfel(-Mango, hatte ich da)-Mark statt mit Butter zubereiten.

Und dann gab es während des Teigrührens noch einige spontane Experimente mit mehr oder weniger erfolgreichem Ausgang, wie: doch noch 15 Gramm Butter in den Teig geben; in die Hälfte des Bananenteigs Schokoladenstücke rühren; nach Probieren des Probekeks‘ die Zimtmenge verdoppeln; noch 2 EL Joghurt unterrühren; Zucker durch Agavendicksaft ersetzen und feststellen, dass der nicht besonders süßt…

Das Vorgehen war wie immer: erst flüssige Zutaten mischen, dann diese Masse unter die Mehl/Haferflocken/Zimtmischung rühren.

Der Teig war ziemlich feucht. Deswegen glichen die rohen Kekse eher kleinen Scone-Häufchen.

Bei diesem Experiment habe ich zwei Probekekse gebacken, um zu checken, ob Konsistenz und Geschmack wenigstens halbwegs gelungen sind. Die Konsistenz war super, den Geschmack habe ich noch etwas nachgebessert. Dann kam der Rest der Kekse in den Ofen.

Anschließend hatte ich aber trotzdem noch etwas Zeit, mit einer Tasse Gewürztee die herbstliche Stimmung zu genießen und unscharfe Fotos zu machen.

Nach 13 Minuten entschied ich, die Kekse müssten jetzt gut sein. Waren sie auch. 3 Minuten früher wären sie noch besser gewesen. Hätte ich doch bloß früher rein geguckt!

Das Ergebnis: Die Kekse schmecken weder nach Kichererbsen noch übermäßig nach Apfel oder Banane, sondern vor allem nach Zimt & Rosinen, so wie sie sollten. Sie sind innen ganz weich und gar nicht trocken. So wie ich sie mag. Das Resultat Apfelmark vs. Banane? Die Banane schmeckt man etwas mehr vor (was gut passt) und sie gibt den Keksen noch etwas zusätzliche Süße. Für dieses Rezept die bessere Alternative, finde ich.

Weil diese Kekse eher nach Reformhaus schmecken als nach Subway-Cookie würde ich sie nicht unbedingt als Ausweis meiner Backkünste verschenken. Aber für den Süßhunger zwischendurch sind sie für mich eine super Lösung. Denn es sind wirklich nur gute Dinge drin: Haferflocken, Vollkornmehl, Obst, Nüsse…und eben Kichererbsen.

Und mit weiterem Experimentieren bekomme ich das mit dem Geschmack bestimmt auch noch besser hin. Vielleicht bin ich das nächste Mal abenteuerlustig und leg nochmal 15g Butter drauf. Irgendwas sagt mir, da könnte ein Zusammenhang bestehen. Ah, ich weiß: es ist die Erinnerung an Papas Stimme, die ruft: ‚Fett ist Geschmacksträger!‘, während er den Inhalt einer halben Olivenölflasche in die Pfanne kippt. Vielleicht sollte ich doch ab und an noch ein wenig auf meine Eltern hören.

Kichererbsenkekse (ergibt 14 Kekse, die fast auf 1 Blech passen)

50g Haferflocken

70g Vollkornmehl

viel Zimt, etwas Salz, 1 TL Backpulver

15g flüssige Butter

2 kleine, zerdrückte Bananen ODER 125ml Apfelmark/mus

100g Kichererbsen, püriert

evt. 1-2 EL Milch, Joghurt oder Apfelsaft

ca. 4-6 EL Agavendicksaft oder Reissirup (oder Zucker nach Belieben)

ca. 80g Rosinen

Walnüsse

evt. Schokolade

Je nach Größe der Kekse 10-13 Minuten bei 175 Grad

Nein, man braucht kein Ei. Kann man aber dran machen. Kekse werden nicht knusprig, sondern bleiben eher lebkuchenartig. Nach Auskühlen in einer Dose aufbewahren und zügig aufessen.

So, und wer es bis hier geschafft hat, wird belohnt mit dem Hinweis, dass das Sonntagssüß heute von Julie ausgerichtet wird und es hier viele weitere Leckereien zu bestaunen gibt.

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3 Antworten zu Experiment mit Kichererbsen. Kekse!

  1. julie schreibt:

    ich finde süße tüfteleien so wie deine ganz ganz fabelhaft. auf die idee, kichererbsen zum backen zu verwenden würde ich von alleine nicht kommen. danke dafür🙂

  2. Andrea schreibt:

    Oha, das klingt sehr interessant! Und ich bin auch immer auf der Suche nach (wenigstens halbwegs) gesunden Süß-Ideen. Da wwer ich nochmal öfter bei DIr vorbeischauen🙂

  3. Pingback: Mensa am Mittwoch | küchenzeilen

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