Küchenzeilen unterwegs: Die Konditorei Rebert in Wissembourg

Französische Wochen bei Küchenzeilen, Teil 3

Einer der Gründe, warum ich Frankreich so liebe sind – wenn wunderts – die Patisseries. Egal wie klein und abgelegen das Dorf, man kann sicher sein, es wird irgendwo in der Nähe des Dorfplatzes eine vielleicht kleine, aber feine Konditorei geben, wo man neben ordentlichen Croissants (warum versuchen wir überhaupt, die hier nachzubacken?!) auch hübsche süße Törtchen und Schnittchen bekommt.

Ich kann an keinem der effektvoll dekorierten Schaufenster vorbeigehen, ohne mindestens drei Minuten andächtig zu verweilen. In gewisser Weise kann man vielleicht sagen, dass diese Patisseries meine ganz persönlichen Wallfahrtsorte sind. Auch Atheisten müssen schließlich an irgendwas glauben. Und ich glaube an die französische Backkunst. Außerdem ist praktisch, dass Frankreich nicht so weit ist, da kann ich sogar öfter als einmal im Leben hinfahren und mir die Nase an den Fensterscheiben platt drücken.

Wenn ein Städtchen mehr als eine Patisserie hat, kann sich der Bummel also auch mal etwas in die Länge ziehen. So kürzlich in Wissembourg.

(Unbekannte Pilger)

Natürlich gab es in Wissembourg die typisch elsässischen Guglhupfs (-hupfe?) zu bestaunen. In einer meiner Kuchenphantasien sehe ich mich so einen riesen Guglhupf nehmen und mitten in den buttrig-zuckrigen Rand beißen. Ich weiß nicht, wie lang ich dieser Verlockung noch widerstehen kann. Aber warum sollte ich eigentlich?!

Endstation unseres Schaufensterbummels war die Konditorei Rebert. Wir sind zufällig darauf gestoßen und es war Liebe auf den ersten Blick zwischen den kleinen Cremetörtchen und mir. Meine Recherchen für euch haben dann ergeben, dass Rebert eine der richtig guten, auch überregional bekannten Konditoreien aus dem Elsaß sind. Angesichts des Angebots, der Qualität und des sehr freundlichen Service wundert mich das nicht.

Nur: wie wählt man aus einem Angebot etwas aus, wo ein Törtchen verlockender aussieht als das andere? Ich bin nicht unbedingt für meine Entscheidungsfreude bekannt. Am liebsten hätte ich alles probiert. Weil es aber schon ziemlich heiß war an dem Tag und wir noch große Abendessenpläne hatten, haben meine Mutter und ich uns entschieden, ein Himbeertörtchen zu teilen. Papa mag es eher etwas bodenständiger und hat ein Stück Apfel-Calvadostarte genommen.

Was soll ich sagen? Die Verpackung hat definitiv gehalten, was sie versprach. Das Törtchen hat genauso toll geschmeckt, wie es aussah. Und unter der schlichten Aufmachung ‚Himbeeren auf Mürbeteig‘ verbarg sich noch eine Schicht Biskuit und eine Vanillecremefüllung. Es war der pure Genuß. Es klingt vielleicht komisch, aber man schmeckte die Qualität der Zutaten und die Sorgfalt der Zubereitung bei jedem Bissen. Das Törtchen war eines der besten, wenn nicht sogar das beste, das ich je gegessen habe. Der Kaffee war die perfekte Begleitung – schön stark, espresso-Style. Davon hätt ich am liebsten eine ganze Kanne getrunken. Kännchen gabs aber zum Glück nicht, obwohl wir draußen saßen. Immerhin waren wir ja in Frankreich. Den Genuss abgerundet hat der Garten der Konditorei. Etwas versteckt hinter einer hohen Steinmauer rechts neben der Konditorei, war das lauschige Plätzchen der angemessene Platz, um sich ganz auf die Köstlichkeiten zu konzentrieren und den Urlaub einzuläuten.

Solltet ihr also in der Gegend sein (Wissembourg ist immerhin gleich der erste Ort nach der Grenze), unbedingt zu Rebert gehen. Es wäre so schön, wenn mir jemand berichten könnte, wie die Schokokugel mit Blattgold schmeckt (Bild ganz oben), die ich gerne noch probiert hätte…

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8 Antworten zu Küchenzeilen unterwegs: Die Konditorei Rebert in Wissembourg

  1. Muriel schreibt:

    Hm, das ist aber ungünstig. Ich bin ganz woanders, aber jetzt will ich auch nach Wissembourg. Sieht überhaupt ganz lecker aus hier. Ich glaube, ich lese jetzt regelmäßig mit.

    • Anna schreibt:

      Herzlich Willkommen, schön, dass es Dir hier gefällt! Ich bekam beim Schreiben übrigens auch wieder Sehnsucht. Denn auch abgesehen von den Konditoreien ist Wissembourg und die Ecke da sehr reisenswert (gibt auch nette Restaurants…).

  2. Anke Hölker schreibt:

    Köstlich sind auch die Pralinen und die Maronen!!!
    Meine Kinder und ich geniessen immer wieder den Ausflug zu Rebert. Erst mal andächtig ins Schaufenster schauen und dann genüsslich diversen, leckeren Schmackofatz kaufen. Es schmeckt einfach ALLES!!!

  3. Patricia schreibt:

    Es gibt diese leckeren Törtchen auch in Landau/Pfalz im Café/Kaffee-Rösterei Parezzo in der Marktstr, direkt neben dem Café am Markt. Auch da ist man erstmal hin und her gerissen, bevor man sich entscheidet. Ich habe mir das Schwarzwaldtörtchen gegönnt, und meine Freudin ein rundes Kokos-Ananas-Creme Törtchen, beides ein Genuss!

  4. Winnie Pooh schreibt:

    Hallo zusammen,

    die Waren der Firma Rebert erhält man auch im Engelhorn Modehaus in Mannheim.
    Klingt unpassend? Ist es nicht! Beide Unternehmen bieten hochwertige Waren an…🙂

    Und die Eclair… Phantastisch!🙂

    Weiter kann ich in Wissembourg „Au Petit Kougelopf“ empfehlen. Diese kleine Konditorei ist nicht so exklusiv wie die von Rebert, bietet aber noch viele andere Köstlichkeiten zu günstigeren Preisen!

    VG von
    Winnie Pooh

    • Anna schreibt:

      Danke für die Tipps! Da werde ich doch beim nächsten Mannheim-Besuch mal im Engelhorn vorbeischaun – da komme zumindest ich schneller mal hin als wieder nach Wissembourg.

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