Oat Squares mit Brombeerfüllung

Ich unterbreche die französischen Wochen hier im Blog heute mal für ein ganz und gar unfranzösisches Rezept: Oat Squares. Oat Squares?! Nunja, mir ist keine wirklich gute Übersetzung dafür eingefallen. Das Rezept habe ich bei Angela von Oh She Glows gefunden, einem meiner Lieblings-Foodblogs aus Kanada. Oat Squares ist die amerikanische Version der englischen Flapjacks; die am ehesten passende deutsche Bezeichnung ‚Haferflockenschnitten‘ hört sich allerdings viel zu sehr nach müffelndem 80er Jahre-Bioladen an – Sprachpuristen also bitte ein Auge zudrücken.

In den letzten Wochen habe ich nicht viel gebacken. Nach meinen Ausflügen nach Frankreich, während denen ich nichts Leckeres unprobiert gelassen habe, überkam mich plötzlich eine unbändige Lust auf Salat und frisches Obst, die immer noch anhält. Das schöne Wetter und die immer größere Auswahl auf dem Markt (bald gibt es die ersten lokalen Erdbeeren!) tragen dazu auf jeden Fall auch bei. Und – vielleicht weil ich nicht immer so gut auf meinen Körper gehört habe wie jetzt – ich freue mich, dass ich merke, was ich gerade brauche. Dass ich mir nichts ‚verbieten‘ muss, sondern dass mein Körper von selbst die Bremse zieht, wenn ich nicht so ausgewogen esse, wie ich sollte.

Umso überraschender, dass ich mich gestern Abend in der Küche wiederfand und Backzutaten aus dem Schrank holte. Aber Angelas Rezepte (und Fotos dazu) sind einfach unwiderstehlich. Außerdem passen sie ganz wunderbar in meine ‚gesunde‘ Phase gerade, denn Angela macht vor allem fett- und zuckerarme – und vegane – Versionen von ihren Lieblingsrezepten. Ich habe schon einiges von ihr ausprobiert, und liebe vor allem ihre Muffin- und süßen Brotvariationen zum Frühstück. Die sind immer nur leicht gesüßt, und voll gepackt mit Vollkorngetreiden, gesunden Fetten und Früchten. So wie diese Oatsquares.

Mir ist gestern beim Probieren der Oatsquares mal wieder aufgefallen, wie sehr sich mein Geschmack verändert hat in den letzten Monaten. Früher konnten mir die Sachen nicht süß genug sein. Und weil ich mit Natreen- und Du Darfst-Werbung aufgewachsen bin, habe ich seit meinen Teenagertagen in alles flüssigen Süßstoff in rauhen Mengen reingeschüttet. Ich hab das Zeug praktisch getrunken! Rückblickend schüttelt es mich bei dem Gedanken, vor allem, seit ich weiß, welche gesundheitlichen Folgen Aspartamkonsum haben kann. Die Reportage „Unser täglich‘ Gift“ hat dazu umfangreich recherchiert. Es ist absolut skandalös, dass das Zeug noch verkauft werden darf:

Seit Mitte letzten Jahres verzichte ich komplett auf künstliche Süßstoffe. Nach einer kurzen Umstellungszeit haben sich meine Geschmacksnerven so regeneriert, dass ich mittlerweile ganz empfindlich auf die meisten konventionellen Süßigkeiten oder Gebäcke reagiere. Das Meiste ist mir mittlerweile zu süß. Wenn ich heute junge Mädchen mit Lightgetränken in der Hand sehe, möchte ich ihnen am liebsten die Flasche aus der Hand reißen, sie in den Arm nehmen und ihnen erklären, was für ein Mist das Ganze ist – nicht nur die Süßstoffindustrie, sondern das ganze Gerenne hinter dem Schönheitsideal her, von dem sie ja nur ein Teil ist. Traurig, dass ich erst 27 werden musste, um diesem Schwindel auf die Schliche zu kommen.

Zurück zum vergnüglichen Teil: Hier die wichtigsten Zutaten. Ich messe und wiege mir am liebsten am Anfang alles ab, damit ich zwischendurch nicht mit so vielen Dingen hantieren muss.

Erst die trockenen Zutaten mischen. Dann Ei, Butter, Milch und Molasse verrühren und unter die trockenen Zutaten rühren.

1/3 der Teigmasse zur Seite stellen. Eine ca. 23×23 große Form mit Backpapier auslegen und die anderen 2/3 des Teiges darin glatt streichen. Weil der Teig sehr klebrig ist, am besten mit etwas Mehl bestäuben und ausrollen.

Jetzt kommt mein Lieblingsteil. Für den Belag kann man gekochtes Obst nach Belieben nehmen, entweder Kompott oder Marmelade. Ich hatte noch ein Glas selbstgemachtes Gelee von meiner Mutter im Schrank – und zwar…

…Brombeergelee. Durch eine 2:1 Ratio von Früchten zu Zucker schmeckt es sehr brombeerig und nicht zu süß.Diese Farbe!!

Das Gelee/die Marmelade/das Kompott auf der Teigmasse verstreichen. Ruhig etwas mehr nehmen, weil das Backen den Früchten noch Wasser entzieht.

Dann die beiseite gestellten 1/3 des Teigs auf die Fruchtschicht krümeln. Die Krümel sind fast das Beste an den fertigen Squares.

Fast fertig! Jetzt 30 Minuten bei 175 Grad backen. In der Zwischenzeit aufräumen. Wenn die Zeit dazu reicht.

Und nach 30 Minuten backen und etwas abkühlen habt ihr das hier:

Wer genau hinguckt, sieht, dass da auf der einen langen Seite schon ein Streifen fehlt. Natürlich musste ich gestern Abend noch probieren.

Fazit: Sie schmecken sehr gesund, im besten Sinne. Wer eher eine Süßigkeit will, sollte die Zuckermenge verdoppeln und vielleicht auch etwas mehr Butter nehmen. Das nächste Mal würde ich auf jeden Fall mehr Früchte verwenden, da die Geleeschicht durch das Backen sehr dünn geworden ist und auch was von ihrer Süße verloren hat. Besonders lecker schmecken die Squares mit Kokos kombiniert – ich habe sie mit Kokosmark beträufelt, das ich von meinem letzten USA-Besuch mitgebracht habe. Ich könnte mir aber auch sehr gut vorstellen, beim nächsten Mal Kokosraspeln unter den Teig zu rühren.

Oat Squares (abgewandelt von Angela)

ca. 23×23 Form

Teig

140gr Haferflocken (oder halb Haferflocken, halb Müsli nach Wahl ohne Rosinen)

150g Mehl (halb Typ 450/550 und Vollkorn)

1/2 TL Backpulver

1/2 TL Salz

1 Prise Zimt

50g Zucker, 1 guter TL Molassensirup (oder 50g braunen Zucker)

50ml Ahornsirup oder Golden Syrup (hatte ich nicht und hab ich weggelassen!)

120g Butter, geschmolzen

60ml Milch

1 Ei

Füllung

ca. 250ml Marmelade, Gelee oder Kompott nach Wahl (gut: Erdbeeren, Brombeeren, Äpfel)

Backzeit

30 Min. bei 175 Grad.

Diese Oatquares sind definitiv eine gesunde & leckere Alternative zu gekauften Müsliriegeln. Ich habe die Hälfte der Squares einzeln verpackt eingefroren, um morgens schnell mal etwas Besonders zum Frühstück zu haben oder sie für unterwegs mitnehmen zu können.

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8 Antworten zu Oat Squares mit Brombeerfüllung

  1. Anne schreibt:

    Die sehen ja lecker aus. Lässt Du die tiefgefrorenen Squares dann einfach auftauen und isst sie, wenn sie Zimmertemperatur erreicht haben? Oder muß man die nochmal aufbacken?

  2. Anna schreibt:

    Also morgens taue ich sie schnell in der Mikrowelle auf; wenn ich sie mitnehme, lasse ich sie meist unterwegs auftauen – die müssen auf jeden Fall nicht nochmal aufgebacken werden sondern schmecken auch ganz kalt sehr gut!

  3. Ann schreibt:

    Klingt sehr lecker, die wandern auf meine „ToDo“-Liste.

    Woher hast du denn die Cup-Maße? Die sind nämlich sehr schön und praktisch, so mit Ausgieß-Nase.

    • Anna schreibt:

      Aber Achtung: schmecken eben genauso ‚gesund‘ wie lecker – lass mich wissen, ob das deinen Geschmack trifft!

      Die Cup-Maße hab ich mir letztes Jahr aus England mitgebracht (aus einem Küchengeschäft in Notting Hill; die hatten ganz viele Maße zur Auswahl! Bin auch sehr happy damit), weil ich es müde war, immer die amerikanischen Rezepte umzurechnen – nur für den Blog mache ich das jetzt noch 🙂

      • Ann schreibt:

        Schade, ich dachte du hättest sie vielleicht aus einem deutschen Internetversand.. Nach England komme ich.. eigentlich nie. 😉 Stimmt, Cupmaße umrechnen ist lästig.. Und abgesehen von Butter ist das abmessen von Cups wesentlich stressfreier als abwiegen.

        Ich habe mit Haferflocken kein Problem, habe die Jahrelang (so vom 8-20 Lebensjahr..) fast täglich zum Frühstück gemampft 🙂

        Leider verfüge ich nicht über selbstgemachtes Brombeergelee, diese säuerlich-süße Fruchtigkeit der Brombeere passt mMn einfach perfekt zum Teig. Muss ich mir wohl eine Alternative suchen, da gekauftes Brombeergelee mir meist immer viel zu süß ist.

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