Französische Wochen bei Küchenzeilen

Es ist ganz komisch: da fahre ich jahrelang nicht in Frankreich, und dann plötzlich, letzte Woche, bin ich gleich zweimal da. Einmal mit meinen Eltern im Elsass – wo ich diese schönen Dosen gesichtet habe – und ein paar Tage später mit Freundinnen in Paris. Vor beiden Reisen war ich aufgeregt wie vor einem anstehenden Treffen mit einem alten Bekannten, vielleicht sogar Liebhaber (meine Beziehung zu Frankreich war in den letzten Jahren wohl das, was man als ‚kompliziert‘ bezeichnet) , den man lange nicht mehr gesehen hat. Begierig lauschte ich beim Einsteigen in den TGV in Frankfurt nach den ersten Sprachfetzen Französisch und begrüßte den Schaffner überschwenglich mit einem „Bonjour“, glücklich, endlich wieder die einst so vertraute Sprachmelodie zu hören. Neben dem wohlig-warmen Gefühl im Bauch machte sich aber auch etwas Unruhe breit. Mein letzter Besuch in Frankreich lag über 4 Jahre zurück, und nach Abschluss meines Französischstudiums vor 2 Jahren, dem intensives Übersetzungs- und Grammatiktraining unter teilweise fast militärischem Drill voraus ging, war ich froh, erstmal nichts mehr mit Sprache, Land und Leuten zutun zu haben. Würde es noch ‚mein‘ Frankreich sein, wie ich es aus den unzähligen Familienurlauben kannte? Würde ich es noch so lieben wie damals? Würde ich die Sprache noch können? Würden wir noch zusammen passen?

Doch alle Sorgen waren genauso unbegründet wie meine Vorfreude berechtigt war: Nach Frankreich fahren war wie nachhause kommen. Und das lag nicht zuletzt auch am Essen. Die pains aux raisins schmeckten noch genauso wie ich sie in Erinnerung hatte, und egal wo ich einen Salat aß, immer konnte ich darauf zählen, dass er dieses typisch französische, leicht senfige Dressing hatte, das ich aus Südfrankreich kannte. Weil ich auf meinen beiden Reisen viele schöne Dinge gesehen und viele leckere Sachen gegessen habe, habe ich beschlossen, hier im Blog ‚Französische Wochen‘ auszurufen. Die nächsten 2 Wochen werde ich ein paar der schönsten kulinarischen Reiseerlebnisse und Fotos mit euch teilen. Vor allem die süßen! Mit dabei: Eine der besten Konditoreien des Elsass. Eis von Berthillon. Und ein ganz persönlicher Gang durch den französischen Supermarkt, auch bekannt als ‚Schlaraffenland‘.

Noch jemand Frankreich-LiebhaberIn??

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3 Antworten zu Französische Wochen bei Küchenzeilen

  1. germanabendbrot schreibt:

    Ach, Frankreich. Wunderschön. Aber die Franzosen sind manchmal schon etwas versnobbt, wenn man ihre Sprache nicht so perfekt beherrscht. Da sind die Italiener (z.B.) etwas entspannter und freuen sich, wenn man wenigstens VERSUCHT, sich mit ihnen in ihrer Sprache zu verständigen (was die Höflichkeit gebietet). Oder in Schweden: Da hat eine Apothekerin mal die gesamte Belegschaft zusammengetrommelt, weil ich auf schwedisch nach Halstabletten gefragt habe. Ich war DAS Ereignis. Undenkbar in Frankreich😉
    Aber natürlich ist das Lebensgefühl, das Licht in der Provence, die Fischmärkte am Atlantik, der WEIN (!!) einfach unwiderstehlich. Und bei aller Liebe zu Italien muss ich sagen (und bekam’s von einer Italienerin bestätigt!): Käse können die Franzosen einfach besser! Aber: Pssst! Das bleibt unter uns😉
    Also: Ja! Ich liebe Frankreich auch. Wer nicht?

  2. Anna schreibt:

    Noch ein Frankreichfan, wie schön! Während des Elsaßtrips war ich fest entschlossen, dahin zu ziehen. So als erster Schritt Richtung Provence…und das Sprachproblem hast du im Elsaß auch nicht🙂

  3. germanabendbrot schreibt:

    Eben. Und bald wohn‘ ich sogar wieder näher dran. Von München aus ist halt doch der Trip nach Italien irgendwie naheliegender😉

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