Carrot Cake – oder doch nur Karottenkuchen?

Man kann es nur erahnen: Das ist ein Carrot Cake. Carrot Cake: Nicht zu verwechseln mit dem ‚Karottenkuchen‚ oder gar der ‚Rüblitorte‚, den etwas zu braven und immer leicht mürrisch drein blickenden älteren Verwandten des flamboyanten Amerikaners. Carrot Cake: viel Möhren, wenig Mehl, und dicke Buttercreme oben drauf. Naja, euch ist es wahrscheinlich egal, wie man das Ding nun nennt, wenn es schmeckt, und ihr habt mich längst durchschaut: eigentlich will ich nur davon ablenken, dass mir das Frosting nicht gelungen ist (und es damit vielleicht doch nur ein Karottenkuchen mit Guß geworden ist)…

Aber wir wissen ja, Aussehen ist nicht alles…und das stimmt hier definitiv; auch wenn ich langsam mit Superlativen vorsichtig werden sollte – das hier ist eines der besten Carrot Cake Rezepte, die ich kenne! Das Geheimnis: Zitrusfrüchte.

Das Rezept is aus Rachel Allens „Bake“ – ein Geschenk von englischen Freunden, das vor 2 Jahren nicht unwesentlich dazu beigetragen hat, dass meine Backleidenschaft wieder aufgeflammt ist. Ein wunderbares Backbuch mit einfachen und interessanten Rezepten und, ganz wichtig, vielen Bildern. Und der sympathischen Rachel Allen auf dem Cover sieht man an, dass sie Spaß in der Küche hat.

Der Kuchen schmeckt genauso, wie der, den man von Starbucks kennt – und wer den mal probiert hat, weiß, dass das was positives ist…ich jedenfalls kann kaum an einem Starbucks vorbeigehen, ohne ein Stück Carrot Cake mitzunehmen. Zum Glück komme ich nicht so häufig in die Verlegenheit, denn hier in der Provinz gibts noch keine Filiale. Jedenfalls: Durch die vielen Karotten ist die Krume ganz saftig; die Haferflocken machen sie locker, und die Kombination von Zimt, Nelke, Muskatnuss und Mandarinen-/Orangensaft geben dem Kuchen eine ordentliche Tiefe. Und in der Kombination mit dem Frischkäseguss, der ein Frosting werden wollte…ein Traum. Echt jetzt.

Ein fast perfektes Rezept, so wie es da im Buch steht. Was ich verändert habe, sind Kleinigkeiten: etwas weniger Öl und Zucker (der Guß gleicht das wieder aus), dafür Mandarinen/Orangensaft und Haferflocken zusätzlich in den Teig. Man kann auch die Hälfte des Mehls mit Haferflocken ersetzen; allerdings würde ich dann evt. etwas mehr Flüssigkeit hinzufügen oder die volle Menge Öl (140ml) verwenden.

Carrot Cake (adaptiert aus „Bake“ von Rachel Allen)

für eine 26er Springform (niedriger Kuchen)

Teig:

2 Eier

100 ml neutrales Speiseöl

Saft 1 Mandarine od. 40ml frisch gepresster Orangensaft

170g braunen Zucker

300g fein geriebene Karotten

100g Rosinen

80g Walnüsse, gehackt

180g Mehl

30g Haferflocken

1TL Backpulver

1 gute Prise Salz

2 TL Zimt

1MSp Nelke, gemahlen

1 gute Prise geriebene Muskatnuss

Buttercreme/Guß

250g Philadelphia, kalt (ja, bitte unbedingt den teuren Frischkäse nehmen!)

60g Butter

Vanille

280g Puderzucker, gesiebt

geriebene Schale 1 Orange oder 2 Zitronen

1. Ofen auf 150 Grad vorheizen.

2. Form unten mit Backpapier auslegen und den Rand einfetten.

3. Eier schaumig schlagen, Öl, Zucker, Karotten, Rosinen und gehackte Nüsse dazu geben.

4. Mehl mit Salz, Gewürzen und Backpulver mischen, vorsichtig mit einem Löffel unterrühren.

5. Ca. 1 Stunde – 1Stunde 15 Minuten backen.

6. Kurz auskühlen lassen, dann Springform entfernen. Komplett auskühlen lassen.

7. Für das Icing: Frischkäse und Butter verquirlen, dann Puderzucker, Vanille und Orangenschale dazu geben (Achtung! Bei mir ist das ein flüssiger Zuckerguss geworden. Sollte aber eigentlich ein festes ‚Icing‘ werden. Tipp: weiche Butter, aber kalten Frischkäse nehmen)

8. Kuchen der Länge nach auseinanderschneiden, den unteren Teil mit 1/3 der Creme bestreichen, oberen Teil drauf setzen, restliches Icing darauf verteilen. Kuchen kalt stellen.

So habe ich das mit der Form gemacht: Einfach Backpapier auf den Boden der Springform legen, Ring drauf setzen, fest ziehen, und überstehendes Papier rundum abschneiden.

Dieser Kuchen wird nicht besonders hoch! Wer gerne hoch schichten mag, nimmt am besten das doppelte Rezept und backt in 2 Formen.

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18 Antworten zu Carrot Cake – oder doch nur Karottenkuchen?

  1. Ann schreibt:

    Yay, nicht nur mir läuft das Cream Cheese Frosting immer davon \o/
    Der deutsche Philadelphia ist aber auch nicht wirklich gut geeignet, die Amis machen das Rezept mit dem Philly „brick“ cream cheese, der ist DEUTLICH fester als unserer.

  2. Anna schreibt:

    Hallo Ann, danke für deinen Kommentar! Daran hatte ich gar nicht gedacht, aber natürlich hast du recht!! ‚Unser‘ Philadelphia ist ja extra cremig…vielleicht muss man das Frosting hier ein wenig mehr Richtung Buttercreme konzipieren? Ich probier weiter…

  3. allwecaneat schreibt:

    Hey Anna,

    dein Kuchen sieht klasse aus-total saftig! Ist vom Rezept her ja ähnlich wie unsere Version des Carrot-(Coconut-)Cakes…
    Hast du den Guss schon mal mit preisgünstigerem Frischkäse gemacht/merkt man den geschmacklichen Unterschied zum „teuren“ Philadelphia, also weil du es explizit erwähnst?
    Viele liebe Grüße,
    Sina

  4. Anna schreibt:

    Hallo Sina,
    ja, die Rezepte sind sich sehr ähnlich, das stimmt! Kokos kann ich mir auch gut vorstellen dazu; auf jeden Fall mag ich bei meinem Rezept die Orangenschale/den Orangensaft, das ist ein schön frischer Kontrast zum süßen Kuchen bzw. Frosting.

    Und ja, ich schmecke einen Unterschied zwischen Philadelphia und günstigem Frischkäse…wenn auch minimal; vielleicht bin ich da auch einfach nur empfindlich. Aber für die Konsistenz des Frostings hat, es glaube ich, keine Konsequenzen – Philadelphia ist eher NOCH cremiger, finde ich.

  5. Stella schreibt:

    Hallo Anna,
    meine Fragen sind mir ein wenig unangenehm ,aber ich backe nicht oft. Will aber unbedingt diesen Kuchen machen, weil ich den liebe 🙂

    Also kann man die Rosinen weglassen, also ändert dies was an dem Geschmack?
    Woher bekomme ich neutrales Speiseöl, in jedem Supermarkt?
    Bedeutet „1MSp Nelke“ Messerspitze?
    Und beim Guß hast du geschrieben Vanille, also eine Vanilleschote?

    Oh man die Fragen sind mir echt peinlich, würde mich aber riesig über eine Antwort freuen!
    Danke LG

  6. Anna schreibt:

    Hi Stella,
    danke für deinen Kommentar, freut mich, dass sich noch ein Carrot Cake-Fan hier eingefunden hat :-). Gerne beantworte ich dir deine Fragen, so gut ich kann.

    Die Rosinen kannst Du natürlich weglassen, wenn Du die nicht magst, das ändert nichts am Geschmack des Kuchen(teig)s an sich – es gibt auch Carrot Cake Rezepte ohne Rosinen.

    Mit ’neutralem Speiseöl‘ meine ich sowas wie Sonnenblumenöl; also Öl, das nicht viel Eigengeschmack hat (besser kein Raps- oder Olivenöl nehmen).

    Genau, Msp heißt Messerspitze, wobei Du mit der Menge an Gewürzen natürlich varriieren kannst, ich mach das eher pi mal daumen – aber mit Nelke vorsichtig sein, weil man die schon sehr rausschmeckt, wenns zuviel ist.

    In den Guß habe ich etwas gemahlene Vanille getan (das gibts im Reformhaus oder im Bioladen) – eine Vanilleschote würde ich dafür nicht frisch auskratzen, weil das Mark dann schnell klumpt und etwas Fasern von der Schote mit drin hängen, das löst sich dann schlecht auf im Guß.

    Viel Spaß beim Backen & gutes Gelingen!!

    • Stella schreibt:

      Hi Anna,
      danke für die Antwort!!!
      Ich werde den Kuchen heute mal backen, ich hoffe, der gelingt mir. Falls ich die Vanille nicht finden sollte kann ich auch Vanillezucker nehmen?

  7. Anna schreibt:

    Ja klar! 🙂 Ich denke, für den Kuchen reicht Dir ein Päckchen Vanillezucker.

  8. Pingback: Karotten, wie sie sogar mein Papa essen würde… | küchenzeilen

  9. Andrea schreibt:

    Endlich habe ich das Rezept gefunden 🙂

    Zu dem Cream Cheese Frosting habe ich eine Frage:
    Kann man nicht Kokosfett mit unter rühren, dass die Glasur etwas fester wird?

    Gruß Andrea

    • Anna schreibt:

      Liebe Andrea, das weiß ich leider nicht – wenn du es versuchst, sag mir doch, ob das geht & schmeckt!.

      • Sven schreibt:

        Hallo Anne,
        Habe gerade Dein Icing/Frosting probiert… Habe nicht Phil. genommen sondern Almette, denn dieser ist nicht mit irgendwelchen Stabilisatoren, wie Guakernmehl o.ä. versetzt! Ein Hoch auf die LebensmittelINDUSTRIE, die immer Geld einsparen wollen im Bereich der Grundstoffen…
        Das ging sehr gut! Ach, ein wenig weniger Puderzucker (250,0g) habe ich notgedrungen genommen, da ich zu wenig gekauft hatte… Ging wunderbar!

        Lieben Dank für das gute Rzpt.!
        Sven

      • Sven schreibt:

        Sorry hab mich vertippt: sollte heißen Hallo Anna!

  10. Anna schreibt:

    Hallo Sven,
    freut mich, dass es bei dir geklappt hat! Ich steh ja mit Frosting etwas auf Kriegsfuss und habs zugegebenermaßen seit diesem Karottenkuchen hier auch nicht mehr versucht. Danke für den Hinweis auf Almette. Ich bin sonst auch eine Zutatenlistenleserin, aber da Guakernmehl ein natürliches Verdickungsmittel ist, ist mir das bislang noch nicht negativ aufgefallen bei Philadelphia. Aber du hast natürlich recht, dass das die Qualität beeinflusst.

  11. Manuela schreibt:

    Hallo Anna, ich bin auch ein großer Karottenkuchen Fan. Seit einem Besuch bei Starbucks 😉 Daher vielen Dank für das Rezept. Ich habe mit dem Frosting komischerweise keine Schwierigkeiten, ich nehme eine Packung Philadelphia (hab auch mal den günstigen benutzt, hat auch geklappt) und 250 g Puderzucker. Und alleine schon beim rühren wird der nach ein paar sekunden fest. Ich hab mal gehört, dass man ein bisschen mehr Frischkäse nimmt, wenn man eine cremigere Konsitenz möchte… vielleicht kannst du ausprobieren einfach weniger Frischkäse zu nehmen, damit das Cheese Frosting nicht flüssig bleibt. Viele Grüße Manuela

  12. Jo schreibt:

    hallo Ana ,

    ich habe so lange nach diesem Rezept gesucht! Ich danke dir schon mal dafür!! Ich habe aber ein kleines Handycap… Mein Freund ist Diabetiker , hast du eine Möglickeit mir zu sagen welche menge kohlehydrathe dieser kuchen hat?? ( auf 100 g bezogen wäre perfekt)

    Lieben Gruß
    Joanna

    • Anna schreibt:

      Hi Jo, das kann ich Dir leider nicht sagen – aber Du oder Dein Freund kannst es sicher aufgrund der Angaben im Rezept selbst ausrechnen? Gutes Gelingen beim Backen!

  13. Das Rezept ist wirklich sehr lecker, ich habe es mal mit Kürbis versucht. Schmeckt auch sehr gut. Allerdings ist das Frosting mit 280g Puderzucker wirklich sehr süß und flüssig. Ich habe nur 200g genommen und sogar da war es schon gerade so. Ich würde den Zucker lieber in kleineren Mengen zugeben um zu die perfekte Konsisstenz herauszufinden und das Frosting dann noch für ca 20 Minuten kalt stellen ehe man es verteilt.

    Der Teig ist jedoch wirklich sehr schwer … aber lecker :3 Danke für das tolle Rezept, Sharalis ~

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