Der Winter ist zurück

Als ich heute am frühen Morgen, dick eingemummelt in Schal, Wintermantel und dicke Handschuhe, mein Auto frei kratzte, habe ich es endlich eingesehen: egal wie sehr ich die Heizung aufdrehe und mir einrede, dass die Sonne draußen vor meinem Fenster warm auf der Haut sein würde, wenn ich denn rausginge – der Winter ist zurück.

Zusammen mit meiner Mutter habe ich ihn heute Mittag gebührend begrüßt, mit einem langen Spaziergang entlang des Mainufers. Um uns herum schreiende Kinder und kläffende Hunde, denen die Kälte anscheinend gar nichts anhaben konnte. Ich dagegen war froh, dass nach unserem Spaziergang etwas Warmes zuhause auf dem Herd wartete.

Es gab Nudelsuppe mit selbstgemachter Rinderbrühe und Markklößchen. Beim Essen erzählte mir meine Mutter, dass das eines der Lieblingsessen meiner verstorbenen Hefeschnecken-Oma war.  Vor Besuchen bei uns hat sie sich oft einen Eintopf bei meiner Mutter bestellt. Das muss man sich ungefähr so vorstellen: „Renate, ich wünsch mir, dass Du mir eine gute Rindfleischsuppe kochst, wenn ich am Wochenende komme, die schmeckt immer so wunderbar bei Dir,“ (die schmeckte wirklich immer besonders wunderbar bei Mama, denn damals hatten wir noch regelmäßig Fleisch – und Knochen mit vielen Fleischresten dran! – aus der Hausschlachtung um die Ecke in der Tiefkühltruhe), und dann antwortete meine Mutter: „Gern bereite ich Dir eine Suppe vor – aber nur, wenn Du Hefeschnecken mitbringst!“

Na gut, die Antwort von meiner Mutter habe ich dazu erfunden, natürlich hat sie die Suppe auch ohne Gegenleistung gekocht. Ich allerdings hätte, wenn ich damals schon kochen gekonnt hätte, die Suppe nur im Tausch gegen Hefeschnecken rausgegeben, denn die von Oma sind legendär. Was neben ihrer besonderen Nuss- und Rosinenfüllung vor allem an der selbstgemachten Zitronenglasur lag. Ich bin immer noch beim Tüffteln, wie sie die gemacht hat – ein Rezept ist leider nicht überliefert. Ich bleib dran.

Da fremdgekocht wurde (also von meiner Mutter) heute leider kein Rezept sondern nur ein paar Bilder – es ist ein ‚klassisches‘ Rinderbrühenrezept, ließ ich mir sagen – wobei die Herausforderung vor allem im Besorgen der Zutaten (Rinderknochen) bestand, die anscheinend dank Maggi und Knorr heute so gut wie nicht mehr nachgefragt werden beim Metzger und somit zu kleinen Kostbarkeiten geworden sind.

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