Ein (Schoko)Kuss für Dich, einer für mich – meine erste Torte

Nichts sagt „Ich liebe Dich“ wie eine selbst gemachte Torte zum Geburtstag. Wenn keine Äpfel drin sind, jedenfalls. Denn das Geschenk ist nicht nur die Torte selbst, die meist viel zu schnell aufgegessen wird. Man schenkt etwas viel wertvolleres: Zeit. Zeit, die drauf geht beim Recherchieren und Vergleichen der Rezepte.  Zeit, die man aufwendet, um den Biskuit mittags vorzubacken, damit er abends gut ausgekühlt als Tortenboden verwendet werden kann. Zeit, die man fürs Abwiegen und Aufschlagen der Zutaten für die Füllung benötigt, und die genau abgestimmt ist auf die Zeit, die das Agar-Agar zum Kochen und Gelieren braucht. Das kostet nicht nur Zeit, sondern auch Nerven. Beim ersten Versuch doppelt so viel wie eigentlich benötigt. Und dann vor allem Zeit, die man fürs  Aufräumen des Schlachtfelds Küche nach so einer Aktion braucht.

Ja, ich habe viel Liebe zu geben.

Aber wenn die letzten Teigreste genascht, die letzten Schokoflocken dekoriert und die letzten Schüsseln gespült sind, verblasst der Aufwand an Zeit und Nerven in exakt dem Moment, in dem ich die leuchtenden Augen des Geburtstagskinds beim Anblick der Torte sehe. So schnell, wie die Tortenstücke von der Platte auf dem Teller und alsbald im Mund landen, kann ich kaum gucken. „Die schmeckt genauso, wie ich sie in Erinnerung hab‘,“ wird mit seligem Lächeln in meine Richtung geschmatzt. Da leuchten auch meine Augen. „Und was soll ich morgen backen?“ höre ich mich noch fragen, bevor ich gen Tortenhimmel schwebe.

Stracciatella-Torte (auch: Schokokuss- oder Dickmann-Torte)

Menge reicht für eine kleine (ca. 13cm) Springform, wenn geschichtet, oder eine große Springform, wenn einlagig

Für den Biskuit:

2 Eier
80g Zucker
1 MSp Vanille
50 g Mehl,
30g Stärke
2 TL Backpulver

für die Creme:

7 Schokoküsse
500g Quark (10% oder Magerquark)
80ml Schlagsahne
Vanille(zucker) nach Geschmack
evt. etwas Zucker
2 EL Zitronensaft
3-4TL Agar-Agar (oder Gelatine)

Zubereitung Biskuit
Der Biskuitboden sollte mind. 3 Std. vor dem eigentlichen Zubereiten der Torte gebacken werden, damit er gut auskühlen kann und gut geschnitten werden kann

1. Form vorbereiten: Die Springform unten mit zurecht geschnittenem Backpapier auslegen, Seiten ganz leicht fetten.

2. Eier 1 Minute mit dem Rührer schaumig schlagen.

3. Zucker und Vanille dazu. 3 Minuten schlagen, bis die Masse sehr schaumig ist.

4. Mehl, Stärke und Backpulver mischen und in 2 Etappen in die Eiermasse sieben. Jeweils nur ganz kurz auf niedrigster Stufe verrühren, damit die Luft im Teig bleibt.

5. Den Teig sofort in die Form füllen und bei 180 Grad (160 Umluft) ca. 15 Minuten backen.

6. Keine Stäbchenprobe machen! Der Biskuit ist gut, wenn er sich bei leichtem Druck mit der Hand wie mit Watte gefüllt anfühlt – der Biskuit sollte leicht nachgeben und wieder zurück’springen‘, aber nicht mehr feucht sein.

Creme zubereiten und Torte bauen

1. Den Biskuit, wenn gewünscht, in der Mitte durchschneiden. Dafür zunächst den Biskuit ringsum auf gleicher Höhe ca. 1 cm tief einschneiden, dann mit einem großen, mit kaltem Wasser befeuchteten Messer mithilfe dieser Markierung den Boden komplett durchschneiden. Für die untere Biskuitlage nimmt man am besten den oberen Teil des Tortenbodens; für die obere Lage am besten den unteren Teil, der meist gleichmäßiger (glatter) ist.

2. Biskuitboden zur Füllung vorbereiten: unteren Boden auf eine Tortenplatte setzen, Springform wieder darum setzen. Aus Papier dicke Streifen schneiden, und diese von innen wie einen Ring um den Biskuitboden legen, so dass man in diesen Ring später die Füllung geben kann, ohne dass sie direkt an der Form kleben bleibt (oder das ganze mit professionelleren Hilfsmitteln wie Tortenring angehen).

3. Quark kurz mit Zitronensaft und Vanille(zucker) verquirlen. Schokokussmasse von den Waffeln lösen und hinzugeben, kurz verrühren. Waffeln evt. für Dekoration aufheben.

4. Sahne schlagen. Zur Seite stellen.

5. 150ml kaltes Wasser in einen Topf geben und das Agar-Agar mit einem Schneebesen darin auflösen. Die Flüssigkeit zum Kochen bringen und 5 Minuten unter ständigem Rühren kochen. Etwas abkühlen lassen (am besten in einem extra Schüsselchen, dann gehts schneller), dann unter die Quarkmasse rühren. Schlagsahne unterheben.

6. Torte zusammensetzen: 3/4 der Quarkmasse auf den vorbereiteten Tortenboden geben, glatt streichen, 2. Hälfte des Tortenbodens draufsetzen, restliche Creme darauf verstreichen.

7. Für ein paar Stunden in den Kühlschrank stellen, damit die Masse fest werden kann.

8. Kurz vorm Servieren der Torte den Springformrand/Tortenring entfernen und/ oder den Papierring abziehen und mit Schokoflocken und/oder den übrig gebliebenen Waffeln und was sonst noch so im Schrank steht dekorieren….

Tipps & Tricks

Biskuit: Keine Angst vorm Biskuit-Selbstmachen! Klar, man kann für den Kuchen auch einen von den fertigen Biskuitböden aus dem Supermarkt nehmen (wenn man einen einlagigen Kuchen machen möchte) oder einen beim Bäcker kaufen. Aber selbstmachen ist wirklich ganz einfach (& günstig) und geht schnell. Wichtig ist, die recht langen Quirlzeiten (siehe oben) einzuhalten, damit der Teig schaumig genug wird, das Mehl nur ganz leicht unterzurühren und den Biskuit gegen Ende der Backzeit regelmäßig zu prüfen, damit er nicht zu trocken wird. Man wird belohnt mit einem wunderbar schmeckenden Tortenboden, und spart sich die Konservierungsstoffe und Feuchthalter, die sich im Supermarktexemplar verstecken.

Agar-Agar: Diese Torte war der erste Kuchen, bei dem ich mit Agar-Agar gearbeitet habe (ehrlich gesagt habe ich noch nie irgendwas gemacht, in das Gelatine rein sollte, insofern habe ich da keinen Vergleich). Agar-Agar wird aus Algen gewonnen und ist damit eine pflanzliche Alternative zu Gelatine. Zu kaufen gibts das in Pulverform im Bioladen oder Reformhaus, oder als „Agartine“ von Ruf in guten Supermärkten. Die Dosierung und Anwendung ist ein wenig sensibler als bei Gelatine, da das Pulver mit Flüssigkeit aufgekocht werden muss und noch warm unter das zu Gelierende gerührt werden muss, denn Agar-Agar geliert nach dem Aufkochen bei etwa 40 Grad. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das bisschen warme Flüssigkeit der Masse an Quarkcreme nichts anhaben kann, also nur rein damit! Auf keinen Fall zu lange warten, sonst geliert das Agar-Agar bevor es untergerührt ist – wie bei meinem ersten Versuch. Die Dosierung wie oben hat für die Quarkmenge gereicht, evt. könnte man noch 1 (kleinen) TL mehr nehmen (und etwas Wasser mehr), die Creme war nach einer Nacht im Kühlschrank schön fest, aber noch cremig. Achja, und noch eines: beim Aufkochen riecht es fischig, das schmeckt man später aber überhaupt nicht!

…ich habe doch gesagt, dass ich viel Liebe zu geben habe…

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Eine Antwort zu Ein (Schoko)Kuss für Dich, einer für mich – meine erste Torte

  1. yasmin schreibt:

    Hallo,
    würde diese Torte super gerne mal nach backen🙂 ich habe jedoch keine Ahnung wo ich agar-agar her bekomme ?? Wie viel gelntine nimmt man den alternativ ? Danke und LG

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