Warum ich so gerne backe

Es gibt viele Gründe, warum ich gerne und viel backe. Backen enspannt mich. Backen erinnert mich an meine Kindheit. Beim Backen schaffe ich etwas, das ich sehen, riechen, schmecken und anfassen kann. Ich habe Rezepte, denen ich folgen kann, und alles wird gut. Oder ich erfinde mein eigenes, und lasse mich überraschen. Ich mag den Geruch von frisch aufgegangenem Hefeteig. In dem ich dann nach Herzenslust herumkneten kann. Und nicht zuletzt ist es wunderbar, wenn die ganze Wohnung nach frischgebackenem Kuchen duftet.

Und dann gibt es da noch etwas.

Ich esse gerne Kuchen.

Wer hätte das gedacht?!

Ich glaube, das ist auch der einzige Grund, warum ich irgendwann angefangen habe, mir das Backen beizubringen. Schon als ich klein war, habe ich kein Stück Geburtstagstorte ausgeschlagen (und auf dem Dorf war eigentlich immer irgendein Geburtstag) und für meinen Kindermagen eigentlich unmögliche Mengen großmütterlicher Hefeschneckennudeln verspeist. Ja, danach war mir manchmal schlecht. Bei frischem Hefeteig hatte ich nicht ganz so viel Glück wie mit dem Plätzchenteig.

Wie mir meine Mutter letztens erzählte, bestanden meine ersten Backversuche zwar zunächst nur im Zusammenrühren von Dr. Oetker-Backmischungen, doch ich erinnere mich daran, dass ich dabei immerhin recht schnell zum komplizierten ‚Russischen Zupfkuchen‘ – mit Mürbeteig, wow! – avancierte um den köstlichen Kuchen nachzumachen, den es regelmäßig bei meiner Tagesmutter zum Kaffee gab. Vor allem, um dann selbst zuzuschlagen – auswärts war man ja angehalten, sich höflich mit ein oder zwei Stückchen begnügen. Ich gebe ich zu, dass ich Russischen Zupfkuchen bis heute nicht so gut hinbekomme wie Dr. Oetker. Aber ich arbeite dran.

Jedenfalls kam mir vorhin der nette Gedanke: wie schön, dass du dir selbst einfach schnell einen Apfelkuchen machen kannst, wenn du möchtest. Und genau das habe ich dann auch getan. Und ihr könnt das auch, denn dieser hier geht ganz einfach. Apfelkuchen ist übrigens einer der wenigen Kuchen, den mein Freund nicht mag. Aber manchmal muss man ein wenig egoistisch sein.

Apfelkuchen

100gr Butter, weich
100gr Zucker
1 Pk Vanillezucker
180gr Mehl
2 TL Backpulver
1 Prise Salz
ca. 2 TL Zimt
abgeriebene Schale von 1 Zitrone + Saft einer halben Zitrone
3 Eier
3 EL Joghurt oder Buttermilch
2 große Äpfel (oder mehr)
Zimt
Schlagsahne, zum schlagen🙂

1. Weiche Butter, Zucker, Vanillezucker und Eier mit einem elektrischen Quril verrühren bis der Zucker sich aufgelöst hat. Zitronenschale und -saft dazu.

2. Mehl mit Backpulver, Salz und Zimt vermischen und nach und nach unterrühren. Joghurt oder Buttermilch dazu, bis der Teig schwer vom Löffel fällt (der Teig ist also eher etwas ‚fester‘).

3. Eine Springform (ca. 24 cm Durchmesser) oder eine (mittlere) Auflaufform fetten und die Hälfte des Teiges hineingeben. Mit Apfelspalten belegen, die andere Hälfte des Teiges darüber geben und mit den restlichen Apfelspalten belegen. Mit Zimt bestäuben.

4. Bei 160 Grad Umluft 35-40 Minuten in den Ofen. Wenn bei der Stäbchenprobe nichts mehr hängen bleibt, ist der Kuchen fertig.

5. Auskühlen lassen oder noch warm mit Sahne essen. Ich hatte keine Sahne da und habe sie vermisst!

Ergebnis & Ergänzungen:

Ich habe nur 2 Äpfel genommen, weil der Teig vor dem Backen nach wenig aussah. Beim Backen ist der Kuchen dann aber ganz schön aufgegangen, so dass man locker 3 Äpfel untergebracht hätte. Ich mag meinen Apfelkuchen apfelig.

Was die Konsistenz angeht, ist dieser Kuchen ist eher auf der fluffigen Seite. Fast ein wenig zu bisquitartig für mich, wenn auch nicht trocken; aber beim nächsten Mal würde ich versuchen, etwas mehr Butter und Joghurt zu verwenden um ihn saftiger zu machen. Eierlikör statt Milch hätte vielleicht auch geholfen. Für Leute, die leichte Kuchen mögen, ist der Teig aber perfekt.

Vom Geschmack her war der Teig ok, beim nächsten Mal würde ich noch mehr Zitrone und Zimt in den Teig mischen. Alles in allem ein schneller Apfelkuchen ohne besondere Hochs und Tiefs.

Ich habe meinen Kuchen 35 Minuten im Ofen gelassen.

Was man auf diesen Fotos nicht sieht (geschickt fotografiert, ich weiß): In der Mitte war mein Kuchen noch nicht durch. In meiner alle Backaktionen begleitenden Angst, dass der Kuchen zu trocken wird, habe ich ihn 5 Minuten zu früh rausgeholt. Ich schiebe die Schuld aber der Auflaufform in die Schuhe bzw. Schüssel, denn wie man sieht ist der Kuchen an den Ecken schon ordentlich gebräunt und löst sich sogar leicht vom Rand. Da sieht man mal, wie wichtig die richtigen Formen (und ein gleichmäßig heitzender Ofen…) für den Backerfolg sind. Naja, bald ist ja Weihnachten. Zumindest das mit den Formen lässt sich dann vielleicht beheben.

Hier sieht man den fluffigen Teig gut – und dass zu wenig Apfelstücke drin sind:

Fazit: (Apfelkuchen-)Backen ist (Selbst-)Liebe…

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2 Antworten zu Warum ich so gerne backe

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