Auf der Suche nach dem perfekten Käsekuchen

Ich bin mal wieder auf der Suche. Wie besessen wühle ich mich durch Backbücher, Rezeptbörsen und Backblogs, in der Hoffnung, endlich auf DAS Rezept zu stoßen. Das ist aber gar nicht so einfach, zumal ich auch nur eine vage Vorstellung habe, wie es aussehen würde. Ich weiß nur, wie der Käsekuchen schmecken soll: saftig, aber nicht zu sehr; sahnig, aber nicht fetttriefend; süß, mit einem Hauch Vanille und einem Schuß Zitrone.

Wie fast jede Familie hat auch meine ein traditionelles Rezept für Käsekuchen. Und es bricht mir das Herz – aber unseres ist nicht, wonach ich suche. Denn Käsekuchen war bei uns immer eine sehr bodenständige Angelegenheit; kein Boden, und der Quark wurde mit Vanillepuddingpulver und Grieß gemischt um Käsekuchenkonsistenz zu bekommen. Versteh mich nicht falsch, liebe Mama, dieser Kuchen ist auf seine Art ganz wunderbar und wird immer einen besonderen Platz in meinem Rezeptbuch einnehmen. Aber wie Du weißt, träume ich immer wieder von…sahnigem Konditorkäsekuchen mit einem Mürbeteigboden, der auf der Zunge zergeht.

Nun gibt es in der virtuellen Welt der Rezepte natürlich 2 Fraktionen, die, die den deutschen Käsekuchen vertreten, und die, die auf den amerikanischen Cheesecake schwören. Aber so gerne ich mich immer wieder von amerikanischen Foodblogs inspirieren lassen, die Frischkäsevariante ist mir entschieden zu mächtig. Die deutschen Rezepte setzen jedoch in der Mehrheit, so wie unser Familienrezept auch, auf Quark (meist auch noch auf MAGERquark) und Puddingpulver – der Mangel am Geschmacksträger Fett wird da anscheinend mit dem Aroma aus dem Puddingpulver ausgeglichen.

Am erfolgsversprechendsten schien mir dann die Variante, Quark mit Sahne und flüssiger Butter zu mischen. Das Vanillepuddingpulver habe ich weggelassen, und dafür echte Vanille und etwas Mehl in die Quarkmasse gemischt, inspiriert von Cocos Rezept (sie hat einen tollen Blog, in dem sie über ihren Kuchenstand auf einem Londoner Markt berichtet).

Käsekuchen

Käsekuchen

Käsekuchen

Käsekuchen (1/4 Rezept; 2 kleine Kuchen)

Mürbeteig:

50gr Mehl
1/4 TL Backpulver
25gr weißen Zucker
25gr Vollrohrzucker
33gr Butter
1/2 TL Vanille
1/2 TL Zimt
1 Prise Salz (nicht zu wenig!)
1/3 Ei

Quarkmasse:

250gr Magerquark
50ml Sahne
20gr Butter, flüssig
1 TL Vanille
2 EL Zitronensaft
15gr Mehl, gesiebt
1 Ei und 2/3 Ei (übrig vom Mürbeteig)

1. Mürbeteig zubereiten. Dazu Mehl, Backpulver, Salz und Vanille mischen. Ei und Butter  in kleinen Stücken dazu geben und alles kurz (mit den Knethaken oder den Händen) zu einem einheitlichen Teig verkneten. Nicht zu lange, sonst wird die Butter zu warm und der Teig wird nicht blättrig beim Backen. Zu einer Scheibe formen und für ca. 1 Stunde in den Kühlschrank.

2. Quarkmasse rühren: Alle Zutaten in eine Schüssel geben und auf kleiner Stufe des Elektromixers verrühren, damit nicht viel Luft in den Teig kommt.

3. Boden vorbacken: Den Mürbeteig dünn ausrollen und auf den Boden einer Springform oder zwei kleiner Formen (so wie ich das getan habe) legen. Wer mag, kann auch noch einen Rand aus Mürbeteig formen. Mit einer Gabel mehrmals in den Teig stecken, damit er sich beim Backen nicht wölbt Bei 160 Grad Umluft/ 180 Grad Ober-/Unterhitze 10 Minuten vorbacken.

4. Kuchen backen: Die Quarkmasse auf dem vorgebackenen Boden verteilen und bei gleicher Temperatur wie oben backen. Je nach dem wie groß der Kuchen ist, dauert das unterschiedlich: Die kleinen Kuchen waren 30 Minuten drin, und das war schon zu lange. Kleine Kuchen würde ich 20-25 Minuten backen; einen großen ca. 50 Minuten.

5. Kuchen in der Form auskühlen lassen und am besten über Nacht im Kühlschrank durchziehen lassen.

Beim nächsten Mal würde ich…

…die Quarkmasse mit mehr Sahne oder einer Mischung aus Sahne und saurer Sahne anreichern

…mehr Vanille und Zitronensaft zum Quark geben, die kleinen Mengen hat man nicht rausgeschmeckt

…den Kuchen kürzer backen – beim fertigen Kuchen sieht man so ‚Trockenheitsbläschen‘ am Rand

…Sahne und Eiweiß aufschlagen um zu schauen, ob der Kuchen dadurch lockerer wird

Tipp:

Coco zufolge ist das Geheimnis einer glatten Käsekuchen-Oberfläche (die ich offensichtlich nicht erreicht habe, wie man an den Bildern sieht), die Schüssel mit dem Teig mehrmals auf die Arbeitsfläche zu ’stampfen‘, damit die Luft aus dem Teig geht. Das gleiche soll man auch nochmal mit dem Kuchen machen, bevor er in den Ofen geht.

Weil ich noch Teig übrig hatte, habe ich Mini-Käsekuchen in Muffinförmchen gemacht – die mir viel besser gefallen als der große Kuchen, und ganz wunderbar für ein Buffet oder eine Dessert-platte wären. Vorgehen genauso wie beim großen; erst Mürbeteigboden vorbacken, dann mit der Quarkmasse nochmal ca. 10 Minuten in den Ofen.

Käsekuchen

Käsekuchen

Käsekuchen

Käsekuchen

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6 Antworten zu Auf der Suche nach dem perfekten Käsekuchen

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  5. Anja schreibt:

    Hallo,
    Was du suchst, ist Stefans Käsekuchen vom Münsterplatz.
    Er ist genauso, wie du ihn beschreibst.
    Ich versuche seit Jahren ihn nachzubacken und hin nahe dran. Aber hab’s doch noch nicht hinbekommen.
    Er versendet auch seine Kuchen.

    Ich rate dir: Lass dir den klassischen Käsekuchen zusenden. Er ist jeden Cent wert. Und dann einfach nur genießen.

    Liebe Grüße aus dem schönen Süden Deutschlands.

    Anja aus Freiburg.

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